Gewässerarten

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Welche Gewässer gibt es?

Ein Gewässer ist in der Natur fließendes oder stehendes Wasser. Es ist in den natürlichen Wasser-kreislauf eingebunden.
Die Lehre von den oberirdischen Gewässern ist die Hydrologie, eingeteilt in die der Binnengewässer (Limnologie), und die der Meere (Ozeanografie). Die Lehre von der unterirdischen Gewässer ist die Hydrogeologie.Ein Gewässer besteht aus dem Wasserkörper (dem Wasservolumen selbst), dem Gewässerbett (der Umfassung des Wassers aus Sohle und Ufer) und dem zugehörigen Grundwasserleiter. (DIN 4049[1])

Die Gewässer sind wichtige Bestandteile des Naturhaushalts und Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Sie werden aber auch von den Menschen schon immer genutzt - zur Trinkwassergewinnung, als Transportweg, zur Energieerzeugung, zur Abwasserentsorgung, zur Freizeitgestaltung u.v.m. . Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) des Bundes und die Wassergesetze der Länder sorgen dafür, dass Schutz und Nutzung der Gewässer in Einklang miteinander gebracht werden. Das WHG ist anzuwenden für oberirdische Gewässer, Küstengewässer und für das Grundwasser. Die vorgenannten Begriffe werden im WHG folgendermaßen erklärt:

Oberirdische Gewässer sind die ständig oder zeitweilig in Betten fließende oder stehende oder aus Quellen wild abfließende Wasser.

Küstengewässer ist das Meer zwischen der Küstenlinie bei mittlerem Hochwasser oder der seewärti-gen Begrenzung der oberirdischen Gewässer und der seewärtigen Begrenzung des Küstenmeeres.

Grundwasser ist das unterirdische Wasser in der Sättigungszone, das in unmittelbarer Berührung mit dem Boden oder dem Untergrund steht.

Die Ursprünge unserer Fließgewässer bilden die Quellen.
Eine Quelle ist ein Ort, an dem Grundwasser auf natürliche Weise austritt. Somit bilden Quellen einen Übergangsbereich zwischen Grundwasser und Fließgewässer aus, das sich aus dem abfließenden Quellwasser bilden kann. Kommt es nicht zur Bildung eines Quellbaches, weil das Wasser nach relativ kurzer Fließstrecke wieder versickert, so heißt eine solche abflusslose Quelle endorheische Quelle. Quellwasser kann durch Baumaßnahmen in einer Quellfassung gesammelt werden. Wird das Grund-wasser künstlich aufgeschlossen, so spricht man von Brunnen. Es gibt mehrere mögliche Einteilungs-prinzipien für Quellen: Einteilung nach hydrostatischem Druck des Grundwassers, nach Schwankungen des Wasseraustritts (Quellschüttung), der Quelltemperatur, dem Gehalt an gelösten gasförmigen oder festen Stoffen und nach Art der gebildeten Lebensräume.

Von überragender Bedeutung ist die Form des Wasseraustritts. Danach können insgesamt vier mor-phologische Basisquelltypen für Rheinland-Pfalz unterschieden werden. Der Austritt einer Quelle kann punktuell, flächig oder linear sein. Es sind die Sickerquelle, die Sturzquelle und die Tümpelquelle. Der vierte Quelltyp heißt Wanderquelle. Diese Quelle stellt einen mit den anderen Quelltypen nicht vergleichbaren Typ dar, der in Abflussrichtung jahreszeitlich linear wandert. Dabei bildet der konkrete Austritt zu einem Zeitpunkt oft einen Mischtyp zwischen Sicker- und Sturzquelle, wobei der Abfluss in Richtung des Gefälles stetig zunimmt.


Sturzquelle
Sturzquelle
Typische Sturzquelle. Austrittsstelle mit Kreis markiert.


Sickerquelle

Typische Sickerquelle. Austrittsstelle mit Kreisen markiert.


Tümpelquelle
 
Typische Tümpelquelle. Austrittsstelle mit Kreis markiert.


Wanderquelle
 
Typische Wanderquelle. Austrittsquelle. Austrittsstellen mit Kreisen markiert.


Die vier Basisquelltypen können Mischtypen untereinander bilden. Der Hauptquelltyp wird bei mehre-ren Quellaustritten nach dem dominierenden Abfluss bzw. nach der Anzahl der Austritte des Quelltyps mit der größten Schüttung definiert.