Gewässergüte

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Gewässergüte

Zur gesamten Betrachtung der Gewässergüte ist eine Überwachung der Oberflächengewässer und des Grundwassers erforderlich.

In Rheinland-Pfalz waren bis zu Beginn der 80er Jahre noch über 30 Prozent der Oberflächengewässer in Folge fehlender oder unzureichender Abwasseranlagen stark oder übermäßig verschmutzt (Güteklassen III bis IV). Flora und Fauna der Gewässer waren entsprechend stark beeinträchtigt.

Der aktuelle Gewässergütebericht für die Fließgewässer in Rheinland-Pfalz zeigt die zwischenzeitlich erreichten Erfolge auf: Fast alle Gewässer (rund 15.000 km Flüsse und Bäche) im Land haben wieder eine gute Wasserqualität. Der Gewässergütebericht und die Karte zur Gewässergüte können Sie sich auf der Internetseite des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz ansehen: www.wasser.rlp.de  .

Über 80 Prozent der Gewässer in Rheinland-Pfalz erreichen heute die Güteklasse II und besser. Insbesondere Rhein, Mosel und Nahe haben im Vergleich zu den 70er Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Gleiches gilt auch z. B. für die ehedem übermäßig verschmutzten Gewässer der Vorderpfalz. Landesweit sind nur noch rund vier Prozent der Gewässerstrecken überhaupt stärker belastet.

Die gute Wasserqualität zeigt sich auch durch eine größere Artenvielfalt bei Kleinstlebewesen und Fischen. So bietet der Lebensraum im und am Gewässer wieder Heimat für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Allein im Rhein werden heute mehr als 120 Tierarten gezählt. Sogar Lachs und Meerforelle sind wieder zu finden.
Zu einer dauerhaften Sicherung und Verbesserung der Wasserbeschaffenheit und der Gewässergüte gehören eine kontinuierliche Überwachung sowie Dokumentation der Untersuchungsergebnisse z. B. in Form von Gewässergütekarten und Zahlentafeln.

Landesweit gibt es mehr als 1.900 Messstellen allein nur an den Oberflächengewässern. An Rhein, Mosel, Saar, Nahe und Lahn sind Flusswasser-Untersuchungsstationen rund um die Uhr in Betrieb.

Die natürliche Beschaffenheit des Grundwassers wird durch gelöste und ungelöste Inhaltsstoffe, die durch die chemischen und mineralogischen Eigenschaften der speichernden Gesteine bestimmt werden, sowie durch mikrobiologische Umsetzungsprozesse charakterisiert.
Beeinträchtigungen der Grundwassergüte entstehen durch anthropogene Stoffe, die in das Grundwasser gelangen.


Das rheinland-pfälzische Grundmessnetz zur Beobachtung der geogen bedingten Grundwasserbeschaffenheit besteht aus ca. 250 Messstellen.
Für Untersuchungen zur Ermittlung anthropogener Einflüsse werden Sondermessnetze - u.a. in Bereichen intensiver landwirtschaftlicher Nutzung, von Deponien und Schadensfällen sowie von versauerungsgefährdeten Landesteilen - unterhalten.

Trenduntersuchungen zeigen, dass während der vergangenen 15 Jahre landesweit keine signifikanten Veränderungen der Nitratbelastung des oberflächennahen Grundwassers festzustellen sind. Die "ordnungsgemäße Landbewirtschaftung" führt also in Grundwasserlandschaften mit vorwiegend landwirtschaftlicher Bodennutzung noch nicht zu einer deutlichen Verbesserung der Grundwasserqualität.

In Rheinland-Pfalz werden seit mehr als 10 Jahren sogenannte Pflanzenschutzmittel (PSM)-Monitoringprogramme durchgeführt, d.h. es werden jährlich bestimmte Landesteile auf das Vorkommen ausgesuchter PSM im oberflächennahen Grundwasser untersucht. Hierbei wird den Grundwasservorkommen unter landwirtschaftlichen Nutzflächen sowie dem Grundwasser im Nahbereich von größeren Fließgewässern (Uferfiltrat) besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Die Ergebnisse zeigen, dass in Analogie der Nitratbelastungen weiterhin insbesondere unter landwirtschaftlichen Nutzflächen PSM gefunden werden.