Gewässer im Kreisgebiet

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Wichtige Oberirdische Gewässer im Rhein-Lahn-Kreis

Der Rhein
Der Rhein
Als Quelle des Rheins wird oft der Tomasee im Kanton Graubünden dargestellt. Mündungsfernste Quelle ist jedoch die im Kanton Tessin liegende Quelle des Rein da Medel.
Am als „Rheinquelle“ bekannten Tomasee befindet sich ein Hinweisschild mit der Entfernungsangabe 1320 km bis zur Mündung.
Die oberhalb des Tomasees liegende Quelle des den Tomasee durchfließenden Rein da Tuma misst etwa 71 km bis zum Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein.
Jedoch existieren einige mündungsfernere Quellen, sowohl im Vorder- als auch im Hinterrheingebiet.


Der Rhein wird unterteilt in den Alpenrhein bis zum Bodensee, den Hochrhein bis Basel, den Oberrhein bis Bingen, den Mittelrhein bis Köln, den Niederrhein bis Lobith und den Bovenryn bis zum Mündungsdelta Hoek van Holland.

Das Rheineinzugsgebiet erstreckt sich auf 9 Staaten (Italien, Österreich, Lichtenstein, Schweiz, Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg und die Niederlande).
Der Rhein ist zwischen Basel und Breisach ausgebaut (Rheinseitenkanal), zwischen Breisach und Offenburg sind die sog. Schlingen angelegt, bei Gambsheim und Iffezheim wurden Staustufen errichtet.

Hydrologie:
Die hydrologischen Verhältnisse sind außergewöhnlich günstig. Mit einer mittleren jährlichen Niederschlagshöhe von 900 mm zählt das Rheingebiet zu den niederschlagsreichsten Flussgebieten Europas. Obwohl das Einzugsgebiet bis Basel noch nicht ein Viertel des Gesamtgebietes umfasst, führt der Rhein bei Basel im Jahresdurchschnitt knapp die Hälfte des Gesamtabflusses. Die Wasserführung ist im jahreszeitlichen Verlauf sehr ausgeglichen. Die mittleren Niedrig- und Hochwasserabflüsse schwanken z.B. am Pegel Andernach nur um den Faktor 10, während z.B. die Mosel bei Cochem eine Schwankungsbreite mit dem Faktor 35 hat. 

Dies hat folgende Ursachen: Im Winter ist zwar der Wasserabfluss aus den Alpen durch die Speicherung der Niederschläge als Schnee gering, doch wird dies durch hohe Abflüsse aus den Mittelgebirgen ausgeglichen. Anders ist es im Sommer. Dann herrscht in den Mittelgebirgsflüssen Niedrigwasser, aber die nur langsam schmelzenden Schneemassen der Alpen sorgen bis in den Hochsommer hinein für beachtliche Abflüsse. Die zahlreichen Alpenrandseen tragen zu diesem Ausgleich bei, indem sie mit ihrem großen Speichervermögen die hohen sommerlichen Zuflüsse nur langsam wieder abgeben. Darüber hinaus dämpfen sie die großen Abflussschwankungen der Hochgebirgszuflüsse. Die Bodenseefläche mit 542 km² und weitere 15 größere Seen mit 677 km² tragen hierzu bei einer Erhöhung des Wasserstandes von 1 cm mit 5,42 Mio. m³ bzw 6,77 Mio. m³ bei. 

Durch den Bau der künstlichen Speicherseen besonders nach 1950 im Hochgebirge (ca. 1.900 Mio. m³) und durch die 1. und 2. Juragewässerkorrektion in der Schweiz sind die jahreszeitlichen Abflussschwankungen weiter vermindert worden.